Erneuerbare Energien im Obstbau
In 2024 wurde die Planung und teilweise Umsetzung einer Agri-PV Anlage auf dem Gelände der OBVS fortgeführt. Erfahrungen aus anderen Regionen mit Agri-PV Anlagen über Obst gibt es bereits. Teilweise können die Anlagen die Funktionen eines Daches erfüllen. Sie schützen vor starken Niederschlägen, Hagel und starker Sonneneinstrahlung. Allerdings gibt es viele verschiedene Systeme und Paneeltypen. Darüber hinaus zeigen nicht alle Kulturen gleichermaßen Dankbarkeit für den Überdachungsschutz: Während der geringere Lichteinfall Kirschenbäume insgesamt und bei der Fruchtausbildung nicht zu behindern scheint, zeigen Äpfel geringeres Triebwachstum und geringere Fruchtbildung.
Es entstehen auch weitere Probleme und Fragen, für die noch nicht in Gänze Lösungen beziehungsweise Antworten gefunden wurden. So sammeln sich die Niederschläge in Rinnen unter den Paneelen und können den Böden auswaschen. Gleichzeitig kommt das Wasser nicht dorthin wo die Bäume es brauchen, sodass mehr Zusatzbewässerung erforderlich werden kann. Dazu kommen Fragen der Befahrbarkeit für verschiedene Maschinen und die Haltbarkeit beziehnungsweise Reinigung der Anlagen nach Pflanzenschutzmaßnahmen.
Die Anlage in Müncheberg wurde daher so geplant, dass sie für die Bearbeitung spezifischer Anforderungen des brandenburgischen Obstbaus geeignet ist und die experiementelle Bearbeitung der oben genannten Problemstellungen ermöglicht. Außerdem sollen Fragestellungen und Vergleiche ermöglicht werden, die bisher gar nicht oder nur in ähnlicher Art und Weise für andere Kulturen bearbeitet wurden. So sollen die Anlagen so niedrig gebaut werden, dass die thermische Wirkung darunter für die kälte- und nässeempfindlichen Kulturen Kirsche und Aprikose messbare Verbesserungen der Fruchtqualität und Einsparungen beim Pflanzenschutz schaffen. Gleichzeitig ermöglicht die niedrige Bauweise Material- und damit Kosteneinsparungen.
Die Anlage wird im März 2025 in 2x4 Reihen à 68 Meter in 2 verschiedenen Paneel-Systemen aufgebaut. Die Paneele sind in den zwei verschiedenen Systemen zu 50% beziehungsweise zu 40% lichtdurchlässig. Zusätzlich wird es eine Kontrollpflanzung von 1x4 Reihen ohne Dach geben, um die Auswirkungen der der verschiedenen Anlagen auf die Baum- und Fruchtentwicklung vergleichen zu können. Insgesamt können die 768 Module dann eine Leistung von 167 kWp erbringen, die nach derzeitigen Planungen ins Stromnetz eingespeist werden sollen. Die ersten Pflanzungen der zwei Süßkirschen- und Aprikosensorten sind für das Frühjahr 2026 geplant. Die Bäume sollen zusätzlich in zwei verschiedenen Systemen "erzogen werden".


